Bericht zum Tag der Informatik 2011

Glänzende Berufsaussichten, Universität zeigt Abiturienten Perspektiven der Informatik auf

20000 unbesetzte Stellen in der Informationstechnologie- und Kommunikationsbranche in Deutschland sprechen eine klare Sprache: Informatiker sind gesucht und haben gute Berufsaussichten. Professor Dr. Bernhard Westfechtel vom Institut für Informatik an der  Universität Bayreuth spricht sogar von einer noch zunehmenden Zahl gesuchter Fachkräfte für Software und IT-Services.

Beim Tag der Informatik an der Universität Bayreuth galt es allerdings auch, das Berufsbild ein wenig zurechtzurücken. Der Informatiker sitze nicht nächtelang im dunklen Kellerverlies. Informatik bedeute vor allem immer Teamarbeit, sagte Westfechtel den rund 50 Schülern, die teilweise trotz Abiturstress aus ganz Oberfranken nach Bayreuth gekommen waren. In der Informatik würden Probleme immer gemeinsam und fachübergreifend gelöst; Einzelgänger hätten keine Chance.

Da sich die Informatik praktisch überall wiederfinde, vom S-Klassen-Mercedes über die Digitalkamera bis hin zur Mauterfassung seien Informatiker auch in allen denkbaren Sparten zu finden. Nicht nur Softwarehäuser bemühten sich um exzellente Fachkräfte, auch Banken, Versicherungen, kleine und mittelständische Unternehmen genauso wie Großkonzerne oder der öffentliche Dienst.

Der Tag der Informatik in Bayreuth sollte natürlich auch eine „Werbeveranstaltung“ für die Universität Bayreuth sein, wie Organisator Professor Christian Knauer offen zugibt. „Wir wollen zeigen, welche Optionen wir hier bieten können und wie wir uns von anderen Universitäten und Fachhochschulen mit Informatikangeboten abheben.“ Schließlich stünden Universitäten und Fachhochschulen auch in Konkurrenz zueinander. Nach den Worten von Professor Westfechtel habe Bayreuth vor allem den Vorteil, dass der Informatikbereich relativ klein und überschaubar ist. „Bei uns gibt es keine überfüllten Hörsäle“, so Westfechtel, der die Abteilung Software Engineering leitet. Die Verbindung zwischen Dozent und Student ist enger, auch wenn die Abteilung Informatik, die zur Fakultät für Mathematik und Physik gehört, in den kommenden Jahren leicht ausgebaut werden soll. Die Ausstattung mit Rechner-Arbeitsplätzen ist bereits jetzt hervorragend.

Von den Fachhochschulen hebe sich das Angebot der Universität Bayreuth insofern ab, als dass die Schwerpunkte zugleich in Forschung und Lehre liegen, das Fächerspektrum umfassender ist und die Arbeit grundlagen- und forschungsorientiert stattfindet. Nicht zuletzt gebe es das Promotionsrecht nur an der Universität. Als Voraussetzung für ein Informatikstudium nannte Westfechtel das fachliche Interesse an der Mathematik sowie an den Natur- und Ingenieurswissenschaften und den Spaß am Programmieren. Vorkenntnisse seien dagegen nicht erforderlich, Informatik werde von Grund auf vermittelt. „Es geht also wirklich vom Stand Null los“, so der Professor.

Ein weiteres Ziel des Tages der Informatik sollte es auch sein, weibliche Interessenten für das Fach zu gewinnen. Informatik sei derzeit noch immer eine Männerdomäne mit nur rund 15 Prozent weiblichen Studierenden, so Organisator Knauer. Ähnlich wie bei technischen Studiengängen sei dies wohl ein gesamtgesellschaftliches Problem, das noch immer in vielen Köpfen stecke.

Beim Tag der Informatik, den es bereits seit über zehn Jahren in Bayreuth gibt, standen diesmal praktische Workshops im Mittelpunkt, bei denen die Schüler aktiv an einem Projekt aus der Informatik und ihren Anwendungsfeldern arbeiten durften. Themen waren unter anderem erste Schritte bei der Entwicklung eines Computerspiels, der Einsatz von GPS Geräten, der Blick hinter die Kulissen von Web-Browsern und Online-Chats oder die Funktionsweise von Robotern.

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2-2011

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