Logisches Denken bildet die Basis der künstlichen Intelligenz. Der Alonzo Church Award 2026 für herausragende Beiträge zur Logik in der Informatik wurde in London während der Konferenz „International Colloquium on Automata, Languages, and Programming“ (ICALP) verliehen. Zu den Preisträgern gehört Prof. Dr. Wim Martens, Professor für datenintensive Informatik an der Universität Bayreuth. Die renommierte Auszeichnung wird von der European Association for Theoretical Computer Science (EATCS) vergeben.
Prof. Wim Martens ist einer von mehreren ausgezeichneten Wissenschaftlern. Der diesjährige Alonzo Church Award würdigt grundlegende Arbeiten zu logischen Sprachen für die Abfrage von Graphdaten. Martens’ Forschung zu theoretischen Konzepten in diesem Bereich hatte einen außergewöhnlichen Einfluss: Innerhalb eines Jahrzehnts wurden seine Ergebnisse in zwei internationale ISO-Standards aufgenommen, nämlich die SQL-Erweiterung SQL/PGQ sowie die native Graphabfragesprache GQL. Dieser schnelle Transfer von der Theorie in globale Standards ist sehr ungewöhnlich und unterstreicht die Relevanz der Forschung.
Graphdatenbanken sind eine neue Schlüsseltechnologie in der modernen Datenverarbeitung und werden von großen Unternehmen wie Oracle, Amazon, Google, SAP und Neo4j широко eingesetzt. Die ausgezeichnete Arbeit liefert die formalen Grundlagen, um sowohl Graphstrukturen als auch Daten gleichzeitig abzufragen und komplexe Eigenschaften von Pfaden beliebiger Länge zu analysieren. Diese Fähigkeiten sind für viele Anwendungen essenziell, darunter Betrugserkennung, soziale Netzwerke, Wissensgraphen, Supply-Chain-Management, Systembiologie und Wirkstoffforschung.
Frühere Versionen dieser Veröffentlichungen wurden bereits mit „Test-of-Time“-Awards ausgezeichnet, die ihren nachhaltigen Einfluss würdigen. Der Alonzo Church Award hebt nun zusätzlich ihre Bedeutung sowie ihre bemerkenswert schnelle praktische Umsetzung hervor.
Der Preis ist mit 1.500 US-Dollar sowie Reise- und Konferenzkosten dotiert, doch sein Hauptwert liegt in seinem internationalen Prestige. Mit Wim Martens unter den Preisträgern demonstriert die Universität Bayreuth erneut ihre Stärke in der theoretischen Informatik und ihren Beitrag zu Forschung, die zukünftige technologische Standards unmittelbar mitgestaltet. Prof. Martens erhielt kürzlich außerdem einen SIGMOD Research Highlight Award für herausragende Arbeiten in der Datenbankforschung.